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D&O Versicherung

Die D&O-Versicherung (Directors and officers liability insurance) ist eine Organhaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen (auch mittelständische GmbHs und Aktiengesellschaften) zugunsten ihrer Organe – Geschäftsführer, Aufsichtsräte und Vorstände – und leitenden Angestellten abschließt. Gerade in den letzten Jahren und Jahrzenten hat diese Form der Vermögensschadenshaftpflichtversicherung immer mehr an Bedeutung gewonnen und einen festen Platz im Angebot der Versicherungsunternehmen erobert.

Aufgrund ihres amerikanischen Ursprungs und aufgrund der Besonderheiten der beteiligten Personen weicht die D&O Versicherung jedoch von ihrer gesamten rechtlichen Struktur her ab von der sonstigen Systematik im deutschen Versicherungsvertragsrecht.

Unternehmen als Versicherungsnehmer, Geschäftsführer als versicherte Person

Zunächst einmal schließt nicht der jeweilige Manager selbst eine Versicherung ab, sondern vielmehr ist es das jeweilige Unternehmen, welches zu Gunsten seiner Geschäftsführer oder Vorstände als Versicherungsnehmer auftritt. Somit ist es auch das Unternehmen, welches über Konditionen, Laufzeiten, und Kündigung der betreffenden Verträge entscheidet.

Achtung! „Claims made“-Prinzip

Die entscheidende Besonderheit jedoch ist das so genannte „claims made“-Prinzip. Für die Frage, ob Versicherungsschutz besteht, kommt es nicht wie sonst auf den Eintritt eines Versicherungs- oder Schadensfalles an, sondern auf den Zeitpunkt, zu dem der potenziell Geschädigte seine Ansprüche erhebt. Dies kann natürlich viele Jahre später erst der Fall sein. Für den jeweiligen Geschäftsführer jedoch besteht die Gefahr, dass er sich zur Zeit seiner Amtsführung angesichts der vorhandenen D&O Police in Sicherheit wähnt, zu einem viel späteren Zeitpunkt jedoch, wenn irgendein Geschädigter plötzlich seine Ansprüche anmeldet, kein Versicherungsschutz besteht.

Gerade eine D&O-Versicherung muss für die einzelnen Risiken individuell angepasst werden. Wichtig ist beispielsweise die Wahl des Versicherungszeitraums und die Frage, ob Haftungsfälle, die in der Versicherungszeit aufgedeckt werden, aber bereits vor Abschluss der Versicherung verursacht wurden (Rückwärtsdeckung), oder ob Fälle, die erst nach Ende der Versicherung aufgedeckt werden (Nachhaftungsdeckung), vom Versicherungsschutz umfasst sind.

Eine gründliche Analyse und Überprüfung Ihrer Versicherung ist daher im Schadensfalle unerlässlich.